Rülpsen ersticken

Kann man beim Rülpsen ersticken?

Rülpsen – kaum eine Reaktion des Körpers entzweit die Gemüter so sehr. Auf der einen Seite gibt es die Befürworter des Rülpsens. Diejenigen, die zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ihr Inneres nach außen kehren. Dann gibt es auf der anderen Seite die „Hüter des guten Benehmens“. Diese Front wird man niemals, aber auch wirklich niemals bei einem Rülpser erwischen. Schließlich zeugt das Aufstoßen nicht wirklich von gutem Benehmen, oder? Doch was tun, wenn sich das Aufstossen wirklich und unter keinen Umständen verhindern lässt? Und was noch viel schlimmer ist:

Kann ein Rülpser ernsthafte Folgen nach sich ziehen? Können vielleicht sogar Krankheiten hinter dem vermeintlich spaßigen Aufstoßen stecken? Zunächst dürfen alle Hobby-Rülpser ganz beruhigt sein: Natürlich bedeutet nicht jedes kleine Aufstoßen, dass sofort ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig ist. Das Aufstoßen nach hastig herunter geschlungenem Essen oder das Rülpsen nach einigen Litern Mineralwasser sind ganz normale Reaktionen des Körpers. Während wir das Essen mit großen Bissen hektisch in den Magen befördern, gelangt ganz nebenbei natürlich auch eine gehörige Menge Luft mit in den Magen. Diese kann dort – wird sie nicht wieder herausbefördert – für Magenschmerzen sorgen.

Wird das Aufstoßen jedoch zur Last, so sollten die anfallenden Beschwerden auf jeden Fall vom Arzt des Vertrauens kontrolliert werden. Denn neben dem willkürlichen Rülpsen kann ständiges Rülpsen die Lebensqualität schwer beeinflussen. Und neben der Lebenseinschränkung liegen leider oftmals auch noch ernsthafte Krankheiten vor.
Vor allem dann, wenn neben dem Aufstoßen auch noch Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen für Unbehagen sorgen. Diese Symptome können auf Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich hindeuten. Auch die sogenannte Refluxkrankheit kann sich unter Umständen durch häufiges Aufstoßen äußern. Mit Hilfe einer Magenspiegelung kann dieses Krankheitsbild allerdings entweder ausgeschlossen oder gefestigt werden.




Auch Erkrankungen der Magenschleimhaut (eine Magenschleimhautentzündung), eine Gastritis oder Erkrankungen im Darm können sich durch Aufstoßen bemerkbar machen. Doch so sehr ein Bäuerchen bei den Babys auch zur allgemeinen Freude dient, im Erwachsenenalter sorgt das Erupieren selten für Freudensprünge.
Doch egal, ob chronische Erkrankungen dahinter stecken oder ob dir das Aufstoßen einfach nur Freude bereitet – ersticken kann man an solch einem Aufstoßer garantiert nicht. Denn nur Fremdkörper oder schlecht gekautes Essen, welches anstatt in der Speiseröhre in der Luftröhre landet, kann tatsächlich zum Ersticken führen. Liegt jedoch häufiges Aufstoßen vor, so kann die eigene Psyche uns mitunter einen Streich spielen. Denn Tatsache ist, dass man nur an festen Stoffen ersticken kann.
Gut möglich ist allerdings, dass bei extrem häufigem Aufstoßen das Gefühl unzureichender Luftzufuhr entsteht. Dieses Gefühl ist natürlich unangenehm, aber aus medizinischer Sicht völlig unbedenklich. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nur, dass bei ständigem Rülpsen Speiseröhre sowie der Magen-und Darmbereich kontrolliert werden. Mitunter kann bei der Häufigkeit der Aufstoßer auch die Ernährung eine Rolle spielen.

Und wenn du genau in dein Inneres hineinhorchst, so wird dein Magen dir vielleicht auch ganz von allein die Lösung aller Probleme flüstern. Und sollte dies nicht der Fall sein, so kann der Arzt deines Vertrauens dir ganz gewiss weiterhelfen. Die richtigen Medikamente können dich natürlich noch zusätzlich auf dem Weg ins rülpsfreie Leben unterstützen.

Und immer daran denken: Egal, wie laut oder intensiv das Aufstoßen auch sein mag – ersticken kann man beim Rülpsen definitiv nicht.