Rülpsen Infos

Wer kennt es nicht? Dieses kribbeln im Bauch, dann der Kloß im Hals kurz bevor dann ein schallender Rülpser aus einem herausbricht.

Die einen finden es abstoßend, die anderen bieten sich nervenaufreibende Wettbewerbe wer denn den lautesten, längsten und außergewöhnlichsten Rülpser schafft.
Aber wie genau entsteht denn ein Rülpser? Dieses und vieles weitere wissenswerte und lustige über Rülpser finden Sie hier:

Übersicht:

Was ist Rülpsen?
Ständiges Rülpsen – Was kann ich dagegen tun?
Rülpsen lernen – Hilfe, ich kann nicht rülpsen!
Auf Kommando rülpsen
Kann man beim Rülpsen ersticken?
Mein Hund rülpst – was bedeutet das?

Was ist Rülpsen?

Wer kennt es nicht? Dieses unverkennbare Geräusch. Mal lauter, mal leiser, mal mit „Geruch“ und mal ohne – Rülpser sind in aller Munde. Doch dennoch werden sie nicht gerne gesehen und noch weniger gerne gehört. Ein Rülpser in der Öffentlichkeit wird gerne als Fehltritt des Benehmens angesehen und ist deshalb natürlich auch oft von der Gesellschaft verpönt. Doch dies war nicht immer so. Zur Zeit der Ritter galt es eher als unhöflich, nicht zu rülpsen.

In China wird diese Tradition auch immer noch gelebt. Dort gilt das Rülpsen als völlig normal, genauso wie das Schmatzen und Schlürfen. Auch wenn ein Rülpser dort zur Tagesordnung gehört, so gilt er dennoch nicht als Äußerung besonderen Wohlgefallens.
In der westlichen Welt jedoch gilt diese Lautäußerung weiterhin als unkultiviert und vulgär. Bei einem Besuch im Restaurant z. B. ist ein Rülpser also Baby looking over father's shouldergänzlich unangebracht.

Anders sieht die Lage aus, wenn es in diesem Zusammenhang um kleine Babys geht. Bei Babys wird jeder Rülpser – Bäuerchen genannt – gefeiert und wohlig begrüßt. Dies mag wohl daran liegen, dass Babys – wird der Rülpser unterdrückt – schnell mit Bauchschmerzen zu kämpfen haben. Und dies wünscht man einem solch kleinen Wesen natürlich nicht. Deshalb werden diese kleinen Wesen nach jeder Mahlzeit auch beherzt über die Schulter gelegt und am Rücken getätschelt. Ist das Bäuerchen dann erfolgt, wird dies zumeist mit einem ausführlichen Lobgesang gefeiert. Anders sieht dies bei den älteren Kindern oder Erwachsenen aus. Rutscht einmal ein Rülpser heraus, so ist von Freudenbekundungen keine Rede mehr.

Dabei hat das Rülpsen an sich ja – streng gesehen – eine medizinische Grundlage. Ein Rülpser entsteht dann, wenn wir bei der Nahrungsaufnahme zu viel Luft verschlucken. Die anschließende Entweichung eben dieser Luft aus dem Magen wird umgangssprachlich als „Rülpsen“ bezeichnet. Tritt dieser Vorgang allerdings über einen längeren Zeitraum auf und wird er nicht willentlich herbeigeführt, so sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall sollte der Arzt eine gründliche Untersuchung von Magen und Darm vornehmen, um ein ernsteres Krankheitsbild auszuschließen. Deshalb sollte sich vielleicht der eine oder andere besser im Vorfeld überlegen, wie oft Rülpser an die Oberfläche dringen. Neben dem Aufstoßen nach dem Essen oder nach kohlensäurehaltigen Getränken kann das Rülpsen natürlich auch willkürlich herbeigeführt werden. Schließlich sind ganz gewiss nicht alle Menschen krank, die sich das Rülpsen zum Hobby gemacht haben.




Willkürliches Aufstoßen klappt dann besonders gut, wenn Luft heruntergedrückt und anschließend wieder heraufgepresst wird. Durch diese Technik gelingt es Profis, besonders laute und intensive Rülpser zu kreieren. Das Trinken – besonders von Mineralwasser mit Kohlensäure – begünstigt dieses Vorhaben natürlich noch zusätzlich. Gerade bei den Jugendlichen beobachtet man das ausgeprägte Rülpsen besonders oft. Ist doch gerade dieser ganz besondere Lebensabschnitt geprägt von Rebellion und dem Wunsch, anders zu sein als die Masse.

Doch egal, wie man das Rülpsen bezeichnet – ob als Rülpsen, als Aufstoßen, Blöken, Bölken, Bäuern oder als Eruptieren (Synonyme existieren in zahlreichen Variationen im Wörterbuch) – achtet unbedingt darauf, in welcher Umgebung ein solcher Rülpser angebracht ist. Gerade in Restaurants oder in feiner Gesellschaft wird jemand, der ständig rülpst, ungern gesehen. Natürlich muss die Luft den Magen möglichst schnell wieder verlassen, bevor sie dort die übliche Ordnung stört, doch ein leiser Rülpser mit der Hand vor dem Mund hat denselben Effekt.

Anders sieht die Sache natürlich wieder aus, wenn das gerülpste Sprechen Menschen nach einer schlimmen Krankheit das Sprachgefühl zurückgeben kann. Mussten Menschen sich z. B. einer Kehlkopfentfernung unterziehen, so bietet das oft verpönte Rülpsen diesen Menschen die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Die Luft wird in Schwingungen versetzt und es entsteht die sogenannte Rülpssprache, auch „Ruktussprache“ genannt.
Rülpsen – viel mehr also als pure Provokation oder Ausdruck schlechten Benehmens. Achten Sie in Zukunft einfach mal darauf, wann Ihnen ein Rülps herausrutscht – nicht jeder Mensch kann damit gut umgehen.